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Ergebnisse: Welche Erkenntnisse liefern die Module und was zeigt das KiTa-Register?

Die Corona-KiTa-Studie beruht auf vier Modulen, deren regelmäßige Zwischenberichte Sie hier finden.

September 2020: Der neue Monatsbericht

Mitte Oktober haben das Deutsche Jugendinstitut und das Robert Koch-Institut den aktuellen Monatsbericht der interdisziplinären Corona-KiTa-Studie vorgelegt. Neben aktuellen Daten aus dem KiTa-Register (dazu mehr Grafiken weiter unten auf dieser Seite) enthält er Auswertungen aus weiteren Modulen. Einige Höhepunkte:

  • In Reaktion auf die pandemiebedingten zusätzlichen Fachkräftebedarfe ermöglichen einige Länder zeitweise die Finanzierung von weiteren Helferinnen und Helfern. Das sind zum Beispiel Drittkräfte in der Gruppe, die keine pädagogische Berufsausbildung vorweisen müssen. Andere Länder ermöglichen auch nicht pädagogisch qualifizierten Personengruppen zeitweise die Tätigkeit als Zweitkraft in der Gruppe, sofern nicht ausreichend Fachkräfte in der Einrichtung zur Verfügung stehen.
  • Seit den Kalenderwochen 33/34 nimmt die Anzahl an COVID-19-Meldefällen in der Altersgruppe null bis fünf Jahre wieder ab. Aktuell betreffen drei Prozent der COVID-19-Fälle diese Altersgruppe. Dies ist weniger, als dem Anteil der Null- bis Fünfjährigen in der Gesamtbevölkerung entspricht (= sechs Prozent). Das heißt, dass in dieser Altersgruppe anteilig weniger Fälle gemeldet werden als in anderen Altersgruppen.
  • Bis Kalenderwoche 36 wurden von den Gesundheitsämtern 56 COVID-19-Ausbrüche gemeldet, die als Infektionsumfeld Kita oder Hort angegeben haben. Insgesamt wurden im selben Zeitraum 289 Fälle diesen Ausbrüchen zugeordnet.
  • Bei 36 dieser Ausbrüche waren Kinder im Alter von null bis fünf Jahren Teil des Ausbruchs. Die Mehrzahl der im Rahmen der Ausbrüche übermittelten Fälle betraf Erwachsene, vermutlich vor allem Erzieherinnen und Erzieher.

Dokumente: Alle Berichte zum Download

KiTa-Register: Die aktuelle Lage in Kitas und Tagespflege

Das KiTa-Register hat das langfristige Ziel, einen Überblick über die aktuelle bundesweite Betreuungssituation und über infektionsbedingte Schließungen von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen zu geben. Die Ergebnisse beziehen sich derzeit ausschließlich auf die Kindertageseinrichtungen.

Kindertageseinrichtungen konnten ab dem 11. August 2020 an der Erstbefragung und den darauffolgenden wöchentlichen Abfragen teilnehmen. Aktuell beziehen sich die Befragungsdaten auf die Kalenderwochen 33 bis 41 (10.8. bis 11.10.2020).

Wie hoch lag der Anteil der in Kindertageseinrichtungen betreuten Kinder in den Ländern?

Karte Kinderbetreuung
Abbildung 1

Abbildung 1 zeigt den Anteil der durchschnittlich je Bundesland in Kindertageseinrichtungen betreuten Kinder in der Kalenderwoche 41 (5.10. bis 11.10.2020). Dafür wurden die Einrichtungen gefragt, wie viele Kinder in der aktuellen Kalenderwoche durchschnittlich pro Tag ihre Einrichtung besuchten. Diese Information wurde für den Zeitpunkt der Befragung sowie für den Zeitraum vor der Corona-Pandemie (vor Mitte März 2020) erhoben.

Für jede Einrichtung wurde der Anteil der betreuten Kinder bzw. die Quote der Inanspruchnahme berechnet, indem die Anzahl der betreuten Kinder einer Altersgruppe zum Zeitpunkt der Befragung und die jeweilige Anzahl der betreuten Kinder vor der Corona-Pandemie zueinander in Bezug gesetzt wurden. Aus den Ergebnissen wurde für jedes Bundesland der Durchschnitt (arithmetisches Mittel) berechnet. Der Anteil an betreuten Kindern hat vom 10. August bis zum 11. Oktober kontinuierlich zugenommen. In allen Bundesländern lag die Quote der Inanspruchnahme zuletzt bei mehr als 75 Prozent.

Wie konnte das Personal eingesetzt werden?

Grafik Personaleinsatz
Abbildung 2

Abbildung 2 gibt einen Überblick über den Einsatz des pädagogischen Personals in den Kindertageseinrichtungen. Hierfür wurde erfragt, wie viel pädagogisches Personal und pädagogisch tätige Leitungen in der Einrichtung in der jeweiligen Kalenderwoche insgesamt beschäftigt wurden. Zudem wurde gefragt, wie viele Personen davon

  • a) unmittelbar in der pädagogischen Arbeit mit Kindern eingesetzt wurden,
  • b) derzeit aufgrund der Corona-Pandemie mittelbar eingesetzt wurden (das heißt Arbeit ohne Kontakt zu den Kindern, z. B. Konzeptarbeit im Homeoffice) und
  • c) aufgrund der Corona-Pandemie überhaupt nicht eingesetzt wurden (z. B. wegen Krankschreibung).

Die Abbildung zeigt die Anteile der drei genannten Kategorien am gesamten pädagogischen Personal nach Kalenderwochen. Auffallend ist, dass nur ein kleiner Anteil des Personals (zuletzt 4 Prozent, Kategorien b) und c)) coronabedingt nicht unmittelbar am Kind eingesetzt wurde. Der Anteil des Personals in der Gruppenarbeit liegt seit mehreren Wochen bei etwa 87 Prozent.

Die drei abgebildeten Kategorien ergeben in der Summe weniger als 100 Prozent. Die Differenz erklärt sich aus pädagogischem Personal und pädagogisch tätigen Leitungen, die mittelbar oder überhaupt nicht eingesetzt wurden, jedoch nicht aufgrund der Corona-Pandemie (z. B. wegen Urlaubs).

Wer beteiligt sich am KiTa-Register und wie schätzen die Teilnehmenden ihre Belastung ein?

Grafik Kennzahlen
Abbildung 3

Abbildung 3 bildet unterschiedliche Kennzahlen ab. Die Anzahl registrierter Einrichtungen (Kitas und Kindertagespflegestellen) zeigt, wie viele Einrichtungen sich für die Studie bisher insgesamt angemeldet haben. Die Anzahl teilnehmender Einrichtungen (Kitas und Kindertagespflegestellen) gibt an, wie viele Einrichtungen zwischen dem 11. August und dem 22. Oktober 2020 bei der Erstbefragung mitgemacht haben.

Die Einrichtungen wurden gebeten, auf einer Skala von 1 bis 6 anzugeben, wie schwierig es für sie in der jeweiligen Kalenderwoche war, eine bedarfsgerechte Betreuung zu gewährleisten. Dabei bedeutet eine „1“, dass dies für die Einrichtung „überhaupt nicht schwierig“ war, und „6“, dass dies für eine Einrichtung „äußerst schwierig“ war. Die Zahl 2,4 gibt den Durchschnitt der Antworten aller Einrichtungen in Deutschland an. Die Einrichtungen hatten demnach in der Kalenderwoche 41 (5.10. bis 11.10.2020) eher geringe Probleme, eine bedarfsgerechte Betreuung zu gewährleisten.

Wie hat sich die Gruppenstruktur in den Kitas verändert?

Grafik Gruppenstrukturwechsel
Abbildung 4

Abbildung 4 stellt dar, wie viele Einrichtungen aufgrund der Corona-Pandemie ihr Gruppenkonzept in welcher Art und Weise verändert haben. Die Einrichtungen wurden jeweils für den Zeitraum vor der Corona-Pandemie (vor Mitte März 2020) und für den Zeitpunkt der Befragung gefragt, welches Gruppenkonzept sie anwenden.

Hier wird deutlich, dass

  • a) viele Einrichtungen mit fester Gruppenstruktur ihr Konzept nicht umstellen mussten,
  • b) etwa die Hälfte der Einrichtungen mit teilweise offenem oder offenem Konzept mittlerweile ein restriktiveres Gruppenkonzept haben und
  • c) nur wenige Einrichtungen von einer festen Gruppenstruktur auf ein offenes Konzept gewechselt haben.

Welche Hygienemaßnahmen werden in Kindertageseinrichtungen angewendet?

Grafik Schutzmassnahmen
Abbildung 5

Abbildung 5 gibt einen Überblick über ausgewählte Schutzmaßnahmen in Kindertageseinrichtungen. Die Einrichtungen wurden in jeder Kalenderwoche gefragt, ob sie einzelne Maßnahmen im Alltag anwenden.

Die Ergebnisse für die Kalenderwochen 33 bis 41 (10.8. bis 11.10.2020) zeigen, dass nahezu 100 Prozent der Einrichtungen angeben, regelmäßig zu lüften und Oberflächen zu desinfizieren. Maßnahmen wie die regelmäßige Temperaturmessung bei Kindern und Beschäftigten sind vergleichsweise selten.

Wie häufig sind Kindertageseinrichtungen von Infektionen und Verdachtsfällen betroffen?

Grafik Verdachts- und Infektionsfälle
Abbildung 6

Abbildung 6 stellt dar, inwiefern Kindertageseinrichtungen von Infektions- und Verdachtsfällen betroffen waren. Hierzu wurden die Einrichtungen gebeten, für die jeweilige Kalenderwoche Verdacht- oder bestätigte Infektionsfälle bei Kindern, Eltern oder Mitarbeitern anzugeben.

Nur etwa zehn Prozent der Kindertageseinrichtungen waren im Zeitraum vom 10. August bis 11. Oktober 2020 von Verdachts- oder Infektionsfällen betroffen. In Kalenderwoche 41 (5.10. bis 11.10.2020) lag der Wert bei 7 Prozent. Einen tatsächlich bestätigten Infektionsfall bei Kindern, Beschäftigten oder Eltern berichteten zu diesem Zeitpunkt nur 1,6 Prozent der Einrichtungen.

Welcher Anteil der Kindertageseinrichtungen war infektionsbedingt ganz oder teilweise geschlossen?

Grafik Schließung von Einrichtungen
Abbildung 7

Abbildung 7 gibt einen Überblick darüber, wie viele Einrichtungen bzw. Gruppen seit Beginn der Corona-Pandemie (Mitte März 2020) pro Woche geschlossen hatten. Sie zeigt jeweils den Anteil der befragten Einrichtungen (Prozentwerte der Y-Achse), die nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie aufgrund eines Verdachts- oder Infektionsfalls mindestens einen Tag pro Woche geschlossen hatten.

Die Schließung konnte dabei die ganze Einrichtung betreffen (Einrichtungsschließung) oder nur eine oder mehrere Gruppen (Gruppenschließung). Die absoluten Fallzahlen an infektionsbedingten Schließungen (n), die den Prozentwerten zugrunde liegen, sind jeweils in den entsprechenden Balken angegeben. Einrichtungen, die in derselben Woche sowohl eine Gruppenschließung als auch eine Einrichtungsschließung vorgenommen haben, werden (im Unterschied zu vorherigen Darstellungen) nicht mehr doppelt erfasst. Sie werden nur noch bei den Einrichtungsschließungen gezählt.

Die Abbildung macht deutlich, dass

  • a) durchschnittlich nur sehr wenige (unter 1,5 Prozent) der befragten Einrichtungen überhaupt infektionsbedingte (Teil-)Schließungen berichten und
  • b) zwar zu Beginn der Pandemie tendenziell mehr Einrichtungen komplett geschlossen wurden, aber im weiteren Verlauf zunehmend nur noch einzelne Gruppen.

Die infektionsbedingten Schließungen nahmen insgesamt während der Sommerferien etwas ab und haben danach auf einem niedrigen Niveau wieder leicht zugenommen.