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 | Deutsches Jugendinstitut

Übermittelte Fälle von COVID-19 gemäß Infektionsschutzgesetz (Meldedaten)

Infektionen mit B 1.1.7. haben sich bei den 0–5-Jährigen verdreifacht.

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Gemäß Infektionsschutzgesetz werden Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle sowie labordiagnostische Nachweise einer SARS-CoV-2-Infektion (COVID-19) an die Gesundheitsämter gemeldet, welche ggf. zusätzliche Informationen ermitteln. Diese Daten werden elektronisch an die zuständige Landesgesundheitsbehörde und von dort an das RKI übermittelt. Das RKI wertet alle labordiagnostischen Nachweise von SARS-CoV-2 mittels Nukleinsäure-Nachweis (z. B. PCR) oder Erregerisolierung unabhängig von der klinischen Symptomatik als COVID-19-Fälle. Nachfolgend sind somit unter COVID-19-Fälle sowohl akute SARS-CoV-2-Infektionen als auch COVID-19-Erkrankungen zusammengefasst. Die Daten werden am RKI einmal täglich um 0:00 Uhr aus der elektronischen Datenbank (SurvNet) ausgelesen. Nach einer Erkrankung kann es durch die Zeit bis zur Testung, dem Testergebnis, der Dateneingabe und der Datenübermittlung zu einem Zeitverzug bis zur Veröffentlichung durch das RKI kommen. Täglich aktualisierte Lage-/Situationsberichte zu COVID-19 werden auf der RKI-Webseite zur Verfügung gestellt (RKI (1), 2020).

Bis zum 22.03.2021 wurden seit Beginn der COVID-19-Pandemie 67.889 laborbestätigte COVID-19-Fälle im Alter von 0 bis 5 Jahren an das RKI übermittelt. An allen übermittelten Fällen beträgt der kumulative Anteil in dieser Altersgruppe (0–5 Jahre) insgesamt 2,6% (Bevölkerungsanteil: 5,7%).

Nach einem rückläufigen Verlauf der COVID-19-Inzidenz bei allen vier Altersgruppen in den ersten Wochen in 2021 kam es ab Mitte Februar (KW 6) abrupt zu einem sehr steilen Inzidenz-Anstieg. Dieser ist in jeder Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen von 0 bis 20 Jahren etwa ähnlich stark ausgeprägt und kann nicht alleine durch eine vermehrte PCR-Testung erklärt werden, sondern zeigt den Einfluss der zunehmenden Verbreitung der besorgniserregenden Virusvariante B.1.1.7. Bei den 0- bis 5-Jährigen sind die Fallzahlen von 1.664 in KW 6 auf 4.966 in KW 11 gestiegen und haben sich damit in etwa verdreifacht. Das entspricht einem Anstieg der Inzidenz von 35/100.000 in KW 6 auf 105/100.000 in KW 11 bei der jüngsten Altersgruppe. In KW 11 betrug die Inzidenz der 6- bis 10-Jährigen 118/100.000, die der 11- bis 14-Jährigen lag bei 107/100.000 und die 15- bis 20-Jährigen hatten eine Inzidenz von 137/100.000. Im Vergleich dazu lag die Inzidenz der Fälle im Alter von 21 Jahren und älter bei 105/100.000. Der Anteil der COVID-19-Fälle an allen gemeldeten Fällen unter den 0- bis 5-Jährigen ist ebenfalls seit KW 6 rasch angestiegen. In KW 11 (15.03.–21.03.2021) waren 5,6% aller COVID-19-Fälle zwischen 0 und 5 Jahre alt. Das entspricht fast ihrem Bevölkerungsanteil von 5,7%. Der Anteil der Fälle unter den 6- bis 10-Jährigen liegt mit 4,9% über dem Bevölkerungsanteil (4,4%) und der der 11- bis 14-Jährigen erreichte mit 3,6% ebenfalls den jeweiligen Bevölkerungsanteil (3,6%). Bei den 15- bis 20-Jährigen liegen die COVID-19-Fälle mit 7,4% hingegen deutlich über ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung (5,8%).

Bisher wurde für 3,2% (1.632/51.430) der COVID-19-Fälle im Alter von 0 und 5 Jahren übermittelt, dass sie in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon mussten 2% auf einer Intensivstation behandelt werden (25/1.275). Es wurden bislang fünf COVID-19-Todesfälle bei den 0- bis 5-Jährigen übermittelt und validiert (0,01%; n=67.661).

COVID-19-Ausbrüche mit Infektionsumfeld Kindergarten, Hort

Nach den Kriterien der epidemiologischen Berichterstattung des RKI werden mehrere Krankheitsfälle oder Infektionen mit einem bestimmten Erreger, bei denen ein epidemiologischer Zusammenhang wahrscheinlich ist, als Ausbrüche gewertet. In der Meldesoftware können diese Fallhäufungen als Ausbruch angelegt und übermittelt werden. Ebenfalls kann das Infektionsumfeld (Setting; z. B. Kindergarten/Hort, Schule, privater Haushalt) angegeben werden, in dem sich das Ausbruchsgeschehen ereignet. In der folgenden Auswertung wurden Ausbrüche berücksichtigt, für die (1) mindestens zwei laborbestätigte COVID-19-Fälle übermittelt wurden und (2) als Infektionsumfeld „Kindergarten/Hort“ angegeben wurde. Eine weitere Unterscheidung in Kindergarten oder Hort ist nicht möglich.

Mit Datenstand 29.03.2021 wurden bis KW 11 2021 insgesamt 1.948 Ausbrüche mit Infektionsumfeld „Kin­dergarten/Hort“ an das RKI übermittelt, denen 12.801 Fälle zugeordnet wurden. Seit Mitte Januar 2021 (KW 2) bewegte sich die Anzahl der übermittelten Ausbrüche pro Woche bereits auf einem erhöhten Niveau. Seit Mitte Februar (KW 6) ist ein starker Anstieg der Ausbrüche zu beobachten, welcher in KW 11 mit 197 Ausbrüchen pro Woche den bisherigen Höhepunkt erreichte. Im gleichen Zeitraum wurde sowohl ein erhöhter Anteil an betreuten Kindern nach den Lockerungen der Maßnahmen in KW 8 (22.02.–28.02.2021) als auch eine Zunahme der Nachweise der Virusvariante B.1.1.7 bei Ausbruchsfällen registriert. Es ist zu beachten, dass die Erfassung von COVID-19-Ausbrüchen mit einer gewissen Verzögerung erfolgt. Daher können insbesondere die Angaben der letzten ein bis zwei Wochen noch unvollständig sein.

Größere Ausbrüche im Kita-/Hort-Setting sind weiterhin die Ausnahme, werden aber häufiger. Im Median kommen vier COVID-19-Fälle pro Ausbruch vor. Seit Mitte Februar (KW 6) erhöhte sich die mediane Aus­bruchsgröße leicht auf fünf Fälle pro Ausbruch. In 81% aller gemeldeten Kita/Hort-Ausbrüche waren auch Kinder Teil des Ausbruchs. In den letzten Wochen nahm der Anteil der 0- bis 5-Jährigen in Kita/Hort-Ausbrüchen langsam zu. Den größten Anteil der insgesamt 11.163 Fälle machen aber weiterhin Personen im Alter von 15 Jahren und älter mit 6.636 Fällen (52%) aus. 39% der Fälle waren 0 bis 5 Jahre alt (n=5.038).

MB_März_2021_übermittelte_Ausbrüche_Kita_Hort

Anzahl der übermittelten COVID-19-Ausbrüche mit Infektionsumfeld "Kindergarten/Hort" (n = 1.948) nach Meldewoche und Anzahl der Fälle nach Altersgruppe. Die Erfassung von COVID-19-Ausbrüchen erfolgt mit einer gewissen Verzögerung. Daher können insbesondere die Angaben in den letzten 1–2 Wochen noch unvollständig sein (Datenstand: 29.03.2021, 0:00 Uhr).

Von allen Ausbrüchen, bei denen Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahre beteiligt waren, wurden 13% dem Umfeld Kita/Hort zugeordnet. Fast zwei Drittel aller Ausbrüche mit Kinderbeteiligung (0–5 Jahre) geschahen im privaten Haushalt.

Neben der Übermittlung von Ausbrüchen können die Gesundheitsämter seit KW 39 (21.09.–27.09.2020) auch Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsumfeld für jeden einzelnen Fall übermitteln. Im Folgenden werden alle Fälle betrachtet, unabhängig davon, ob sie einem Ausbruch zugeordnet wurden oder nicht. Das wahrscheinliche Infektionsumfeld „Kita“ mit der Zusatzinformation, dass der Fall dort betreut wurde, wurde bisher bei 2.311 Fällen im Alter von 0 bis 5 Jahren angegeben. Bei Fällen im Alter von 15 Jahren und älter wurden für 3.832 Fälle angegeben, dass sie in einer Kita tätig sind und sich dort wahrscheinlich infiziert haben. Von diesen 3.832 Fällen wurden 2.120 Fälle als „Erzieher/-in, Betreuer/-in“ übermittelt und 1.185 Fälle als „sonstiges Personal“. Für 527 Fälle fehlen spezifische Angaben zur genauen Tätigkeit in der Kita. Da die Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsumfeld bei vielen Fällen fehlen, sind diese Zahlen als Mindestangabe zu verstehen. Weiterhin kann aufgrund der fehlenden Angaben kein Nenner für Anteils­be­rechnungen gebildet werden.