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 | Deutsches Jugendinstitut

Probenentnahme in Modul IV COALA: Erfahrungen und Einordnung des eingesetzten Nachweises einer akuten SARS-CoV-2-Infektion

Selbstbeprobungen weisen zufriedenstellende Testgüte auf.

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  • Welche Rolle spielen Kita-Kinder in der Übertragung des neuartigen Coronavirus?
  • Welche Symptome haben infizierten Kindern über welchen Zeitraum?
  • Wie häufig treten bei Kindern SARS-CoV-2-Infektionen ohne Symptome auf?

Diesen Forschungsfragen geht das Modul IV COALA (Corona – Anlassbezogene Untersuchungen in Kitas) nach.

 

Bei COALA wurden mittlerweile 15 Kitas mit SARS-CoV-2-Ausbrüchen mit insgesamt 177 Haushalten und 485 Personen aus sechs Bundesländern untersucht. Es ist geplant, insgesamt ca. 20–30 SARS-CoV-2-Ausbrüche in Kitas zu untersuchen. Zur Ermittlung, ob eine akute SARS-CoV-2-Infektion vorliegt, werden bei COALA Virusdirektnachweise mittels PCR in Bioproben aus den oberen Atemwegen gewonnen. Es werden dabei nicht – wie derzeit im Standardverfahren üblich – tiefe Rachenabstriche entnommen, sondern ein kombinierter Mund-Nasen-Abstrich und eine Speichelprobe. Auch ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe wird entnommen, um nach einer durchgestandenen Erkrankung die Antikörper zu messen. Bei COALA erfolgt die erste Probenentnahme bei einem Hausbesuch. Die weiteren Probenentnahmen werden an vier weiteren Messzeitpunkten als Selbsttest durchgeführt, für den die Haushalte durch das medizinische Fachpersonal beim Hausbesuch angeleitet wurden.

Der Rücklauf zur Selbstbeprobung für den Quartalsbericht I/2021 wird aus zwölf Kitas berichtet. COALA hat von 396 Teilnehmenden im Kindes- und Erwachsenenalter jeweils zwischen 91–94% der erwartbaren Bioproben aus den Mund-Nasen-Abstrichen und 85–90% der Speichelproben zu den verschiedenen Messzeitpunkten erhalten. Der sehr hohe Rücklauf an selbst entnommenen Bioproben spricht für die praktische Umsetzbarkeit der Selbstbeprobung in der COALA-Studie. Die eingesetzte Probengewinnung ist einfach und schmerzlos und konnte von den Eltern auch bei ihren Kindern für die Selbstbeprobung durchgeführt werden. Voraussetzung war, dass der Selbsttestung eine ausführliche Erläuterung und Einweisung durch das Fachpersonal während des Hausbesuchs voranging.

Eine narrative Analyse der aktuellen Studienlage zeigt, dass der direkte Virusnachweis per rRT-PCR sowohl bei Mund-Nasen-Abstrichen als auch bei Speichelproben (durch Spucken) eine sehr zufriedenstellende Testgüte aufweist und auch für eine Selbstbeprobung in der COALA-Studie daher als angemessen erscheint.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Übertragungsrisiken für eine SARS-CoV-2-Infektion im Kita-Umfeld besser einzuschätzen. Erkenntnisse zur Ansteckungsfähigkeit und zum Symptomverlauf bei einer COVID-19-Erkrankung von Kita-Kindern, auch im Vergleich zu Erwachsenen, sollen Hinweise liefern, wie sich die Betreuung und Infektionsschutzmaßnahmen in Kitas gestalten lassen.