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 | Deutsches Jugendinstitut

Monatsbericht März 2021: Die dritte Welle der Coronapandemie ist in der Kindertagesbetreuung deutlich sichtbar.

Der aktuelle Monatsbericht März 2021 zur Corona-KiTa-Studie des Deutschen Jugendinstituts und des Robert Koch-Instituts bietet erneut Einblicke in die Studienergebnisse. 

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Neben der Fortführung zur Betreuungskapazität anhand des KiTa-Registers sowie den Befunden der RKI-Surveillancesystemen werden erste Ergebnisse der Vertiefungsbefragung von Kindertagespflegepersonen aufgeführt. Nachfolgend hierzu ein Überblick:

Erste Ergebnisse aus der Vertiefungsbefragung der Kindertagespflegepersonen

  • Nach fast einem Jahr Beschäftigung unter Pandemiebedingungen wird die allgemeine Belastung als besonders hoch empfunden. Zudem empfinden Tagespflegepersonen besonders große Angst vor einer potentiellen Infektion innerhalb ihrer Arbeit. Diese Sorge ist für sie unabhängig davon, ob sie zur Risikogruppe gehören oder nicht.
  • Relativ hoch sind Belastungsfaktoren wie „Existenzängste“ oder die „Angst vor Schließung“. Vergleichsweise gering fallen hingegen „finanzielle Sorgen“ der Kindertagespflegestellen aus. Hierbei besteht allerdings ein erheblicher Unterschied zwischen der Teilgruppe, die bei Krankheit eines betreuten Kindes und/oder der Kindertagespflegeperson eine Fortzahlung des Kindertagespflegegelds erfährt und der Teilgruppe ohne Fortzahlung.

Ergebnisse zur derzeitigen Betreuungskapazität aus dem KiTa-Register

  • Die Anzahl der gemeldeten infektionsbedingten Gruppenschließungen stieg seit dem 22.02.2021 auf 112 und bis zum 19.03.2021 (KW 11) weiter auf 233. Damit stieg der von Gruppenschließungen betroffene Anteil an Kitas von 1,8 auf 4,7%. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich auch die Anzahl der vollständigen Schließungen von Kindertageseinrichtungen von 25 auf 43 (von 0,4 auf 0,9%).
  • Pandemiebedingte Ursachenfaktoren wie bspw. Präventions- und Schutzmaßnahmen, eigene familiäre Betreuungszwänge und Infektionen schränkten die Verfügbarkeit der pädagogischen Kita-Mitarbeitenden besonders seit Mitte Dezember 2020 ein. Im März 2021 verharrte der Anteil der nicht oder nur eingeschränkt einsetzbaren Beschäftigten im Durchschnitt bei knapp 20%.
  • Aufgrund der sukzessiven Öffnung im gesamten Bereich der Kindertagesbetreuung ab Mitte Februar erreichten auch die Kindertagespflegestellen eine durchschnittliche Inanspruchnahmequoten von über 80%. Somit nähern sie sich ihrer vollen Ressourcenauslastung aus der Zeit vor der Pandemie stark an.

Ergebnisse aus den Surveillancesystemen des RKI

  • Mit Einführung der Lockerungen und Öffnung von Kitas und Schulen Anfang März nahm die Anzahl der auf SARS-CoV-2 getesteten Kinder pro Woche sehr stark zu. Der Positivenanteil ist dabei nur leicht zurückgegangen. In KW 11 wurden von den am ARS-System teilnehmenden Laboren Daten zu rund 33.000 getesteten 0- bis 5-Jährigen übermittelt. Das sind rund viermal mehr Kinder mit einer PCR-Testung pro Woche als noch einen Monat zuvor (Mitte Februar). Von diesen waren 5% SARS-CoV-2-positiv.
  • Ebenfalls seit Anfang März nahm auch die Anzahl an neu übermittelten COVID-19-Fällen bei Kindern und Jugendlichen sehr rasch zu. Aktuell (KW 11) wurden 4.966 Fälle im Alter von 0 bis 5 Jahren übermittelt (105 Fälle/100.000). Das sind rund dreimal mehr Fälle pro Woche als noch Mitte Februar. Ihr Anteil an allen Meldefällen nahm ebenfalls zu und erreichte zuletzt mit 5,6% fast ihren Bevölkerungsanteil von 5,7%. Der Anstieg der Fallzahlen kann nicht allein durch eine vermehrte PCR-Testung erklärt werden, sondern deutet auf den Einfluss der zunehmenden Verbreitung der besorgniserregenden Virusvariante hin. Durch das Auftreten der VOC (Variant of concern) besteht ein erhöhtes Risiko für eine weitere Zunahme der Fallzahlen. Der Anteil an VOC an allen SARS-CoV-2-positiven Proben ist seit dem Jahreswechsel ansteigend, wobei die Variante B.1.1.7 in KW 11 unter allen untersuchten Fällen einen Anteil von mehr als 70% erreicht hat.

Modul IV COALA: Erfahrungen mit der Probengewinnung in Haushalten sowie vorläufige Ergebnisse zu Übertragungen in Kitas

  • Ende Oktober 2020 begann die praktische Feldphase von COALA. Bislang fanden Einsätze in 20 Kitas mit einem SARS-CoV-2-Ausbruch verteilt auf acht Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein) statt.
  • Bei den ersten 20 Einsätzen konnte eine Stichprobe von 268 Kindern und 353 Erwachsenen gewonnen werden (gesamt n=621). Die Teilnahmebereitschaft der angefragten Eltern und Kita-Beschäftigten ist als recht hoch einzustufen. Die Untersuchungen in den Hausbesuchen wurden von den teilnehmenden Familien sehr gut angenommen. Es konnten bei nahezu allen Teilnehmenden Mund-Nasen-Abstriche genommen werden (619). 574 von 621 Personen haben Speichelproben abgegeben. Blutproben aus dem Finger wurden bei 570 der 621 Personen entnommen. Es hat sich bewährt, keinen tiefen Rachenabstrich durchzuführen.