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 | Deutsches Jugendinstitut

Monatsbericht April 2021: Ergebnisse der Online-Kurzbefragung „Kinderbetreuung in Deutschland“

Das erlebte Belastungsniveau von Eltern nimmt zu, das Wohlbefinden der Kinder wird von Eltern im Schnitt als gut eingeschätzt.

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Im Zeitraum der fünften Elternbefragung (von Anfang März bis Anfang April 2021) konnten wieder mehr Kinder öffentlich betreut werden und für viele Familien bedeutete das eine sichtliche Erleichterung. Mit Blick auf die geschilderten Schwankungen im Öffnungs- und Schließgeschehen der letzten Monate blieb die Betreuungssituation jedoch insgesamt weiterhin unsicher. Vor dieser unsicheren Situation im Feld der öffentlichen Kindertagesbetreuung soll das allgemeine Stresserleben der Eltern, wie auch schon im letzten Bericht, im Zeitverlauf getrennt danach betrachtet werden, ob das Kind im bisherigen Erhebungszeitraum ein Angebot der öffentlichen Kindertagesbetreuung nutzte oder nicht. Dazu wird in drei Elterngruppen unterschieden: In (1) Eltern, deren Kind die KiTa besuchen konnte, (2) Eltern, deren Kind aufgrund der Coronapandemie zeitweise Zuhause blieb und nicht in der KiTa betreut werden konnte und schließlich in (3) Eltern, deren Kind grundsätzlich nicht öffentlich betreut wird. Insgesamt zeigen sich keine großen Schwankungen des Stresserlebens über die Zeit. 

Während die subjektive Belastung der Eltern von Anfang November 2020 bis Anfang März 2021 (vom ersten bis zum vierten Befragungszeitraum, KW 45–9; 02.11.2020–07.03.2021) kontinuierlich zunahm, ließ sich in der fünften Befragung im Zeitraum von Anfang März bis Anfang April 2021 (KW 10–14; 08.03.–11.04.2021) jedoch kein weiterer Anstieg des elterlichen Stressniveaus verzeichnen. Da insgesamt der Anteil der Eltern, deren Kind aufgrund der Pandemie nicht betreut wurde, deutlich sank, konnten die schrittweisen Öffnungen im System der öffentlichen Kindertagesbetreuung vermutlich bei vielen Eltern zu einer Entlastung beitragen. Mit Blick auf die drei Elterngruppen, die zu Anfang unterschieden wurden, wiesen stets jene Eltern, deren Kind grundsätzlich nicht öffentlich betreut wird, das niedrigste Stressniveau auf. Eltern, die zeitweise ganz auf die Betreuung ihres Kindes verzichten mussten – und damit den Unsicherheiten des Öffnungs- und Schließgeschehens am stärksten ausge 
setzt waren – berichteten dahingehend bislang stets das höchste Belastungsniveau.

Wohlbefinden von Kindern bis zum Schuleintritt von November 2020 bis Anfang April 2021

In der Stichprobe der erfassten Kinder differenziert sich nach der öffentlichen Betreuung des Kindes. Hierbei spiegeln sich ähnliche Zusammenhänge wie im Stresserleben aus der Elternperspektive wider. Entsprechend kam jene Kindergruppe, die grundsätzlich nicht öffentlich betreut wird, aus Sicht der Eltern bisher am besten mit der allgemeinen Pandemiesituation zurecht. Etwas schwerer fiel es dagegen Kindern, die phasenweise gar nicht in ihre Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflegestelle gehen konnten. Es zeigte sich zudem, dass das Wohlbefinden der an der Befragung beteiligten Kinder insgesamt mit zunehmender Dauer der Pandemie minimal abnahm. Dennoch kann für jeden Zeitpunkt davon ausgegangen werden, dass die Kinder im Durchschnitt gut mit der Betreuungssituation während 
der Pandemie zurechtkamen.