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 | Deutsches Jugendinstitut

Modul COALA: Erfahrungen mit der Probengewinnung in Haushalten sowie vorläufige Ergebnisse zu Übertragungen in Kitas

Probenrücklauf von Selbstbeprobungen nach Hausbesuchen sehr hoch.

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Ende Oktober 2020 begann die praktische Feldphase von COALA. Verteilt auf Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein fanden Einsätze in mittlerweile 20 Kitas mit einem SARS-CoV-2-Ausbruch statt. Hierbei konnte eine Stichprobe von 268 Kindern und 353 Erwachsenen gewonnen werden (gesamt n=621). Die Teilnahmebereitschaft der angefragten Eltern und Kita-Beschäftigten ist als recht hoch einzustufen. Von den teilnehmenden Familien wurden die Untersuchungen in den Hausbesuchen sehr gut angenommen. Es konnten bei nahezu allen Teilnehmenden Mund-Nasen-Abstriche genommen werden (619). 574 von 621 Personen haben Speichelproben abgegeben. Blutproben aus dem Finger wurden bei 570 der 621 Personen entnommen. Es hat sich bewährt, keinen tiefen Rachenabstrich durchzuführen.

Die in COALA verwendete regelmäßige Selbstentnahme von Proben zum SARS-CoV-2-Nachweis über die Zeit funktioniert zuverlässig. Hierzu liegen Daten aus den Kitas 1–14 vor. Die COALA-Teilnehmenden schickten an vier Messzeitpunkten selbst entnommene Proben zurück, der Rücklauf war durchgängig sehr hoch: 91–96% der Mund-Nasen-Abstriche, 86–90% der Speichelproben. Der Selbsttestung geht eine ausführliche Einweisung durch das Studienteam im Hausbesuch vorweg.

Die zusätzlichen Selbstbeprobungen der Haushalte über einen Verlauf von zwölf Tagen haben sich als sinnvoll erwiesen. Auswertungen aus den Kitas 1–14 zeigen, dass sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen ein Viertel der SARS-CoV-2-Infektionen erst nach dem Hausbesuch im weiteren Verlauf entdeckt wurde. Von zwölf Fällen bei Kindern wurden neun im Hausbesuch und drei im Verlauf erkannt. Von 21 Fällen bei Erwachsenen wurden 16 im Hausbesuch identifiziert, fünf erst im weiteren Verlauf.

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Vorläufige Ergebnisse zum Infektionsgeschehen in den Kitas 1–14

Eine vorläufige erste Auswertung der Kitas 1–14 aus dem Zeitraum Oktober 2020 bis Februar 2021 zeigt, dass die beobachteten Infektionsgeschehen in den untersuchten Kitas sehr unterschiedlich sind. Es wurden ausgehend vom ersten gemeldeten SARS-CoV-2-Fall (so genannter Indexfall) oftmals keine oder eine Übertragung bei den Teilnehmenden in der Kita-Gruppe gefunden, in einer Kita aber auch Ansteckungen bei fünf Personen in der Kita-Gruppe festgestellt.

Bei den sieben positiv getesteten Kindern (Indexfälle) konnte eine Übertragung von SARS-CoV-2 an 0–20% der Kontaktpersonen in der Kita beobachtet werden (durchschnittlich 4%). Bei den sieben positiv getesteten Beschäftigten wurde eine Übertragung an 0–42% der untersuchten Kontaktpersonen (durchschnittlich 8,7%) beobachtet. Dabei haben sich Kinder in der Kita-Gruppe seltener mit SARS-CoV-2 angesteckt als Beschäftigte. 5,5% aller Kontaktpersonen der Kategorie 1 im Kindesalter wurden positiv getestet, ebenso 10% aller erwachsener Kontaktpersonen der Kategorie 1. Die genannten Zwischenergebnisse sind vorläufig; die derzeitige Stichprobe ist noch zu klein, um verallgemeinerbare Aussagen zu treffen. Die Feldphase wird noch bis voraussichtlich Mai 2021 fortgesetzt.

Die positiven Fälle in den Kitas 1–14 wurden auf die aktuell häufigsten besorgniserregenden Varianten (Vari-ants of Concern, kurz VOC) untersucht. Bei zwei Infektionsgeschehen konnte die Variante B 1.1.7. nachgewiesen werden. Die Übertragungshäufigkeit in diesen beiden Kitas war unterschiedlich (0 und 5 Übertragungen). Alle positiven Fälle werden im weiteren Verlauf der Studie auf SARS-CoV-2-Varianten untersucht, die Ergebnisse werden bei der Bewertung des Infektionsgeschehens berücksichtigt. Die Konzeption und Umsetzung der COALA-Studie ermöglicht eine kindgerechte Entnahme von Proben für SARS-CoV-2-Tests. Die Probenentnahme verläuft auch bei der eigenständigen Entnahme von Proben in den Familien reibungslos.

Die COALA-Studie konnte erfolgreich zuvor unentdeckte Infektionen von SARS-CoV-2 in Kitas aufdecken. Die Ausbrüche in den Kitas verliefen sehr unterschiedlich – dabei waren anteilig mehr Erwachsene als Kinder von einer Infektion betroffen. Bis Ende Mai 2021 ist es geplant, zehn weitere Kitas in die Studie einzubeziehen.

Die zusätzlichen Selbstbeprobungen der Haushalte über einen Verlauf von zwölf Tagen haben sich als sinnvoll erwiesen. Auswertungen aus den Kitas 1–14 zeigen, dass sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen ein Viertel der SARS-CoV-2-Infektionen erst nach dem Hausbesuch im weiteren Verlauf entdeckt wurde. Von zwölf Fällen bei Kindern wurden neun im Hausbesuch und drei im Verlauf erkannt. Von 21 Fällen bei Erwachsenen wurden 16 im Hausbesuch identifiziert, fünf erst im weiteren Verlauf.