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 | Deutsches Jugendinstitut

März 2021: Öffnungsgeschehen in der Kindertagesbetreuung

Bundesländer koppeln Öffnungen der Kindertageseinrichtungen an Inzidenzwerte und setzen auf Testung & Impfung der Kita-Beschäftigten.

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Seit dem Start des KiTa-Registers im Juni 2020 haben sich mehr als 11.200 Kitas und knapp 2.170 Kindertagespflegestellen für das KiTa-Register angemeldet (Stand: 15.04.2021). Dies entspricht etwa 20% der deutschlandweit bestehenden Kindertageseinrichtungen (bzw. 5% der Kindertagespflegepersonen). An den seit Ende August gestarteten wöchentlichen Abfragen nehmen durchschnittlich etwa 6.000 Kitas und 1.000 Kindertagespflegepersonen teil.

Öffnungsgeschehen in Kindertageseinrichtungen

Ab der zweiten Märzwoche ermöglichten alle Bundesländer die Öffnung der Kindertageseinrichtungen im eingeschränkten Regelbetrieb oder im Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Die erneut ansteigenden COVID-19-Infektionen bremsten im weiteren Verlauf des Monats jedoch die Lockerungsplanungen. Auf ihrer Konferenz am 22.03.2021 beschlossen die Regierungsspitzen von Bund und Ländern, die seit Mitte Februar erfolgten Öffnungsschritte nur dann aufrechtzuerhalten, wenn die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnenden in dem Land oder der Region stabil unter 100 bleibt. Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen hatten die Schließung von Kindertageseinrichtungen oder die Rückkehr zur Notbetreuung bereits vor dem 22.03.2021 an Inzidenzgrenzwerte geknüpft. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen sprachen sich für flexible Arrangements aus, die den Verantwortlichen auf Kreisebene ermöglichten, bei überschrittenen Inzidenzgrenzwerten restriktivere Zugangsregelungen in Abhängigkeit von der lokalen Belastungssituation einzuführen.

Im Detail unterscheiden sich die Regelungen voneinander. So begrenzt etwa Brandenburg die lokalen Entscheidungsspielräume, indem es eine vorgeschriebene Schließung von Kindertageseinrichtungen bei Inzidenzwerten über 200 vorschreibt. Bayern und Schleswig-Holstein koppeln auch den Wechsel von der Regelbetreuung zum eingeschränkten Regelbetrieb an einen Inzidenzgrenzwert von 50. Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland führten bis Ende März keine subregional differenzierten Regelungen für die Kindertageseinrichtungen ein.

Maßnahmen wie regelmäßige Testungen und eine höhere Impfpriorisierung von Kita-Beschäftigten sollen nicht nur den Infektionsschutz in den Kindertageseinrichtungen verbessern, sondern auch das Erkennen und die Unterbrechung von Infektionsketten in der Gesamtbevölkerung unterstützen. Der erneute Anstieg der Neuinfektionen betraf in größerem Maße als 2020 auch Kinder und Jugendliche und war seit dem 22.02.2021 (KW 8) im KiTa-Register sichtbar. Die Anzahl der Kitas mit wenigstens einer gemeldeten infektionsbedingten Gruppenschließung stieg in jener Woche auf 112 und in den folgenden Wochen bis zum 21.03.2021 (KW 11) auf 233, was einem Anstieg von 1,8 auf 4,7% entsprach. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich ebenfalls die Anzahl der vollständigen Kita-Schließungen von 25 (0,4%) auf 43 (0,9%). Im Vergleich zur Gesamtzahl der im März 2021 am KiTa-Register beteiligten Kitas fielen diese Anteile relativ gering aus, geben aber dennoch Anlass zur Besorgnis.

Öffnungsgeschehen in der Kindertagespflege

Nach den Einschränkungen durch die Lockdown-Maßnahmen die sich bis in den Februar 2021 in den niedrigeren Betreuungsquoten merklich machten, zeichnet sich nun im Bereich der Kindertagespflege eine zunehmende Öffnung ab. Ab Mitte Februar wurde bundeslandspezifisch und in Abhängigkeit der jeweiligen Inzidenzen der Appell an die Eltern, die Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu betreuen, schrittweise zurückgenommen. In den meisten Bundesländern war dies bis Ende Februar der Fall (vgl. Quartalsbericht I/2021). Diese sukzessiven Öffnungsschritte zeigen sich auch in den Inanspruchnahmequoten im Bereich der Kindertagespflege. Die für den Monatsbericht März 2021 dargestellten Daten stützen sich hierbei auf Rückmeldungen der durchschnittlich knapp 1.100 Kindertagespflegestellen, die sich an den wöchentlichen Abfragen des KiTa-Registers beteiligt haben.

 
Parallel zu den Öffnungsmaßnahmen nahmen die Inanspruchnahmequoten im Bereich der Kindertagespflege ab Mitte Januar stetig zu. Anfang März erreichten die Kindertagespflegestellen bereits 83% ihrer Ressourcenauslastung und näherten sich damit ihrem Regelbetrieb aus der Zeit vor Pandemiebeginn stark an. Auf diesem hohen Niveau hielten sich diese Werte bis KW 11 (15.03.–21.03.2021).

Betreute_Kinder_KTP

Überblick zum Anteil betreuter Kinder in Kindertagespflegestellen im Zeitverlauf bis KW 11 (15.03.–21.03.2021).

Verdachts- und Infektionsfälle sowie pandemiebedingte Schließungen

Analog zum Öffnungsgeschehen und der erhöhten Ressourcenauslastung der Kindertagespflegestellen erhöhen sich auch die Verdachts- und Infektionsfälle in ähnlicher Tendenz, wenngleich auf noch niedrigem Niveau. Mit Beginn der Öffnungen für den gesamten Bereich der außerfamiliären Kinderbetreuung ab Mitte Februar steigen ab KW 8 (22.02.–28.02.2021) sowohl die Verdachtsfälle als auch die pandemiebedingten Schließungen im Bereich der Kindertagespflege. Sowohl die Verdachtsfälle als auch die Schließungen bewegen sich zwar auf einem niedrigen Niveau, allerdings ist eine deutlich steigende Tendenz bis Mitte März zu beobachten. So steigen die Verdachtsfälle von rund 2% auf fast 5% an. Die pandemiebedingten Schließungen steigen von ca. 1% Ende Januar auf knapp 2,5% Mitte März. 

Verdachts_und_Infektionsfälle

Der Anteil der Kindertagespflegestellen (in %) an allen in der jeweiligen Kalenderwoche teilnehmenden Kindertagespflegestellen ist an der Y-Achse abzulesen. Die Zahlen innerhalb der Grafik entsprechen der Anzahl der Kindertagespflegestellen, die mindestens einen Verdachts- oder Infektionsfall angegeben haben oder aufgrund eines Verdachts- oder Infektionsfalls mindestens einen Tag pro Woche geschlossen hatten (Datenstand: 01.04.2021). In der Kalenderwoche 53 wurden keine Daten erhoben.

Trotz sukzessiver Öffnungen hält sich die Anzahl tatsächlicher Infektionsfälle bei den Kindertagespflegestellen (bei der Tagespflegeperson selbst, Mitgliedern ihres Haushaltes, bei den betreuten Kindern oder deren Eltern) im Vergleich zu November und Dezember 2020 auf niedrigem Niveau. So werden von den befragten Kindertagespflegestellen im Zeitraum von KW 7 bis KW 11 (15.02.– 21.03.2021) maximal sieben Infektionsfälle pro Woche berichtet. Eine Erklärung für diese niedrigen Werte kann darin liegen, dass knapp 80% der Kindertagespflegepersonen der vorliegenden Stichprobe singulär arbeiten und damit ein sehr kleines Betreuungssetting mit maximal fünf Kindern anbieten. Im Gegensatz zu größeren Kindergruppen kommt es in dieser Betreuungsform nur in geringem Umfang zu Kontakten, was die Möglichkeit für ein Infektionsgeschehen minimiert.