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 | Deutsches Jugendinstitut

Kinder in Deutschland: Befragte Eltern geben an, ihre Kinder kommen mit der Pandemiesituation gut zurecht

Die Online-Kurzbefragung Kinder in Deutschland erforscht die Belastungen und den Umgang mit der Coronapandemie innerhalb der Familien.

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Neben Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege stellt die Coronapandemie auch Familien vor neue Herausforderungen: Durch kurzfristige Schließungen der öffentlichen Kindertagesbetreuung fällt ein wichtiges Unterstützungspotenzial, bspw. um Beruf und Familie zu vereinbaren, weg. Ebenso müssen viele Kinder auf manche Gewohnheiten im Alltag sowie durch pandemiebedingte Einschränkungen in der Kindertagesbetreuung zumindest zeitweise auf ihre Spielgefährten verzichten. Kinder aus psychosozial belasteten Familien trifft das ganz besonders, da für sie wichtige Bildungs- und Entwicklungschancen wegfallen. Vor diesem Hintergrund findet im Rahmen des Moduls I „CoKiss“ der Corona-KiTa-Studie im Rhythmus von vier Wochen eine Online-Kurzbefragung von Eltern statt, die seit Herbst 2020 im Feld ist. In diesem Befragungsstrang sollen Eltern über einen Zeitraum von insgesamt zehn Monaten regelmäßig über Belastungen und den Umgang mit der Coronapandemie in den Familien berichten. Die Stichprobe der Zusatzerhebung umfasst unter Dreijährige und Kinder bis zum Schuleintritt, die ein Angebot der öffentlichen Kindertagesbetreuung nutzen sowie Kinder, die nicht institutionell betreut werden. Die Informationen über die Kinder und die Situation in den Familien beruhen dabei auf den Angaben von Eltern beziehungsweise sorgeberechtigten Erwachsenen.

Das Wohlbefinden des Kindes stützt sich auf Einschätzungen aller Eltern der Stichprobe (im November 2020 8.917 Eltern, im Dezember 2020 6.665 Eltern). Alle Fragen, die das Wohlbefinden des Kindes betreffen, werden von den Eltern auf einer fünfstufigen Skala bewertet: Wert 1 spiegelt das niedrigste Wohlbefinden des Kindes wider, Wert 5 das höchste. Sowohl im November als auch im Dezember 2020 gaben die Eltern der vorliegenden Stichproben an, dass ihr Kind gut (Ø 4,1) mit der derzeitigen Situation zurechtkommt. Wird nach dem Status der institutionellen Betreuung des Kindes differenziert, zeigt sich für beide Befragungszeitpunkte ein nahezu identisches Ergebnis: Kinder, die grundsätzlich nicht institutionell betreut werden (Ø 4,2), als auch Kinder, die wie gewohnt in die Kindertagesbetreuung gehen können (Ø 4,1), bewältigen die Situation während der Coronapandemie gut. Gut bis sehr gut (Ø 4,4) geht es Kindern in ihrer Kindertagesbetreuung, die zu beiden Zeitpunkten institutionell betreut werden können.

Etwas weniger gut (Ø 3,8) kommen die Kinder mit der Situation zurecht, die trotz eines gebuchten Platzes die Kindertagesbetreuung in beiden Befragungszeiträumen nicht nutzen konnten. Im direkten Vergleich beider Kindergruppen deutet sich an, dass besonders die Kinder, die vorübergehend nicht betreut werden können und damit große Einschnitte in ihrem gewohnten Alltag erleben, die Situation etwas weniger gut bewältigen. Unter Kontrolle zentraler Einflussfaktoren bestätigt sich auch hier, dass dieser Unterschied im Wohlbefinden substanziell ist. Auf die öffentliche Kindertagesbetreuung zeitweise ganz zu verzichten, setzt somit nicht nur den Eltern zu, sondern erschwert es auch für die Kinder, mit der Pandemiesituation gut zurecht zu kommen.

Infos zur Online-Kurzbefragung Kinder in Deutschland

Die Online-Kurzbefragung Kinder in Deutschland setzt auf einer Stichprobe der DJI-Kinderbetreuungsstudie (KiBS) auf. KiBS selbst läuft seit 2016 als jährlich durchgeführte und repräsentative Befragung von Eltern zur Situation der Kindertagesbetreuung in Deutschland. Hierbei werden bundeslandrepräsentative Daten zu elterlichen Bedarfen und zu in Anspruch genommenen Betreuungsarrangements gesammelt. Zum Start der Befragung Ende Oktober wurden 21.447 Eltern angeschrieben. Von KW 45 bis Ende November (KW 48) wurde die Befragung von insgesamt 8.917 Eltern (41,6%) ausgefüllt. Direkt im Anschluss wurde die zweite Kurzbefragung freigeschaltet. Im Zeitraum von KW 49 bis KW 52 (30.11.-27.12.2020) berichteten insgesamt 6.665 Eltern (31,1%) über ihre familiäre Situation.