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 | Deutsches Jugendinstitut

Im Fokus des Monatsberichts April 2021: Infektionsgeschehen, Auslastung und pandemiebedingte Schließungen von Kindertagespflegestellen und Kitas

Anstieg der übermittelten SARS-CoV-2-Ausbrüche in Kitas/Horten bis Mitte April. Trotz hoher Auslastung der Kindertagespflegestellen kommt es in diesem Bereich zum bislang höchsten Wert an pandemiebedingten Schließungen.

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Wie steht es um das Belastungsniveau der Eltern? Wie hoch ist die Auslastung der Kitas und der Kindertagespflegestellen und wie verläuft das Infektionsgeschehen in diesen Bereichen? Hierüber informiert der Monatsbericht April 2021 . Nachfolgend ein Überblick:

Ergebnisse aus der Online-Kurzbefragung „Kinderbetreuung in Deutschland“

  • Das erlebte Belastungsniveau der Eltern bleibt weiterhin erhöht. Besonders Eltern, deren Kind zeitweise ganz auf die öffentliche Betreuung verzichten musste, wiesen nach wie vor das höchste Stresslevel auf. Aus Sicht der Eltern kommen ihre Kinder trotz minimaler Abnahme des kindlichen Wohlbefindens insgesamt auch weiterhin gut mit der Pandemiesituation zurecht.
  • Nach eigenen Angaben (im März und April) gelang den Eltern die Umsetzung verschiedener verhaltensbasierter Schutzmaßnahmen im Alltag (z. B. Abstandhalten, Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen, Einhaltung der Husten- und Nies-Etikette) überwiegend gut. Im Vergleich zu den anderen Maßnahmen empfanden die Eltern das Abstandhalten als am schwierigsten umzusetzen, insbesondere im privaten Bereich. Den Kindern fiel die Umsetzung der Schutzmaßnahmen aus Sicht ihrer Eltern erwartungsgemäß deutlich schwerer, wobei sich erwartbare Altersunterschiede zeigten. Im Vergleich zu Kindern unter 3 Jahren gelang es den Kindern ab 3 Jahren und bis zum Schuleintritt deutlich besser,  die Schutzmaßnahmen umzusetzen.

Ergebnisse zur derzeitigen Betreuungskapazität aus dem KiTa-Register

  • Aufgrund steigender Infektionszahlen sahen die Präventionsmaßnahmen u. a. eine Einschränkung des Betriebs von Kindertageseinrichtungen in den meisten Bundesländern im April 2021 vor. Vom 01.03.2021 bis zum Osterwochenende (02.04.2021) stieg die Zahl der im KiTa-Register gemeldeten verdachts- oder infektionsbedingten Einrichtungsschließungen von 0,6 auf 1,5% und hat sich jedoch bis KW 15 (12.04.–16.04.2021) auf 0,7% fast halbiert. Die Zahl der Kitas, die verdachts- oder infektionsbedingte Gruppenschließungen berichten, erhöhte sich in der Zeit vom 01.03.–02.04.2021 von 2,4 auf 5,2%, nahm jedoch ebenfalls bis KW 15 auf 4% ab.
  • Da viele Kitas wieder zur Notbetreuung zurückkehren mussten, fiel der durchschnittliche Anteil der in Kitas betreuten Kinder von 72% in der dritten Märzwoche bis zum 16.04.2021 auf 68% zurück. In Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen und dem Saarland waren über 60% der Kitas weitgehend normal ausgelasteten. Die niedrigste Inanspruchnahmequote wurde mit durchschnittlich 54% in Hamburg registriert.
  • In den Kindertagespflegestellen zeigen sich für den Zeitraum von KW 12 bis KW 15 (22.03.–16.04.2021) die bis dahin höchsten Werte der pandemiebedingten Schließungen im laufenden Jahr (mit max. ca. 3% in KW 12). Auch die durchschnittlichen Inanspruchnahmequoten befinden sich nach wie vor auf hohem Niveau und führen somit die Auslastungssituation der Vorwochen, die sich dem Regelbetrieb aus der Zeit vor der Pandemie stark annähert, fort.

Modul IV COALA: Ergebnisse aus den Untersuchungen von SARS-CoV-2-Ausbrüchen in Kitas

  • In mittlerweile 25 Kitas mit einem SARS-CoV-2-Ausbruch fanden verteilt auf neun Bundesländer bereits Einsätze statt.
  • Erste Auswertungen zeigen, dass die beobachteten Infektionsgeschehen in den untersuchten 19 Kitas sehr unterschiedlich sind. Die Anzahl nachgewiesener sekundärer Infektionen in den Kita-Gruppen reicht von null bis maximal fünf Personen, wobei in den meisten Fällen nur wenige sekundäre Infektionen nachgewiesen wurden.

Ergebnisse aus den Surveillancesystemen des RKI

  • Die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) in der Bevölkerung nahm bei den 0- bis 5-Jährigen um Ostern kurzzeitig ab und stieg zuletzt wieder leicht an. Aktuell (KW 15; 12.04.–18.04.2021) wurden wöchentlich rund 303.000 ARE bei der jüngsten Altersgruppe geschätzt. Dieser Wert liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau der Jahre vor Beginn der Pandemie, in denen rund doppelt so viele ARE bei 0- bis 5-Jährigen geschätzt wurden.
  • Nach einem Osterferienbedingten raschen Rückgang der wöchentlich auf SARS-CoV-2 getesteten Kinder stieg die Anzahl der Testungen wieder an. Beim Anteil der positiv getesteten Kinder und Jugendlichen ist ein deutlicher Unterschied zwischen den Altersgruppen zu erkennen. In KW 15 wurden von den an der laborbasierten SARS-CoV-2-Surveillance teilnehmenden Laboren Daten zu 24.720 getesteten 0- bis 5-Jährigen übermittelt. Von diesen waren 8,3% SARS-CoV-2-positiv. Im Vergleich dazu lag der Positivenanteil bei den 6- bis 10-Jährigen bei 17% und bei den 11- bis 14-Jährigen bei 23%.
  • Etwa seit KW 6 (08.02.–14.02.2021) ist die Inzidenz in allen Altersgruppen der Kinder und Jugendlichen rasch angestiegen, zwischenzeitlich nur unterbrochen von den Osterferien, und verläuft parallel mit dem zunehmenden Auftreten der Variante VOC B.1.1.7. Der Anstieg nach Ostern ist dabei besonders bei älteren Kindern und Jugendlichen ausgeprägt und weniger stark bei den 0- bis 5-Jährigen. Aktuell (KW 15) wurden 6.148 Fälle im Alter von 0 bis 5 Jahren übermittelt (130 Fälle/100.000). Ihr Anteil an allen Meldefällen liegt aktuell bei 4,5% und befindet sich damit unter dem Bevölkerungsanteil von 5,7%. Die Inzidenz ist in allen Altersgruppen der unter 21-Jährigen höher als während der zweiten Welle.
  • Nach einem raschen Rückgang an übermittelten Kita/Hort-Ausbrüchen aufgrund der Osterferien hat die Zahl der Ausbrüche Anfang April 2021 wieder zugenommen und befindet sich aktuell (KW 15) auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Herbst 2020. Aufgrund der steigenden Fallzahlen ist anzunehmen, dass sich dies auch auf die Anzahl an übermittelten Ausbrüchen in Kitas auswirken wird. Zuletzt deutete sich wieder ein ansteigender Trend an.