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 | Deutsches Jugendinstitut

Erste Ergebnisse aus der Kita-Leitungsbefragung: Umsetzung von Schutz- und Hygienemaßnahmen in Kindertageseinrichtungen

Maßnahmen werden in den Kitas weitgehend gut bis sehr gut umgesetzt.

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Die folgenden Zwischendaten basieren auf der Corona-Kita-Leitungsbefragung im Rahmen des Moduls I „CoKiss“, bei der auf die Leitungsstichprobe der DJI-Studie ERiK aufgesetzt wurde. Mit diesen Daten lässt sich für die im Zeitraum Oktober 2020 bis Januar 2021 befragten Kitas (Datenstand: 04.02.2021) darstellen, welche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens in diesem Zeitraum angewandt wurden und wie gut die Umsetzung dabei gelang. Da es sich um erste Zwischendaten der bis zum Stichtag abgeschlossenen und verarbeiteten Fragebögen handelt, ist die Generalisierbarkeit eingeschränkt.

In der Leitungsbefragung wurden die Kita-Leitungen um ihre Einschätzung gebeten, wie gut die Umsetzung verschiedener Einzelmaßnahmen in ihrer Einrichtung funktioniert. Dabei konnten sie entweder den Umsetzungserfolg auf einer fünfstufigen Antwortskala bewerten (1 „sehr schlecht“ bis 5 „sehr gut“) oder angeben, dass die Maßnahme zum Zeitpunkt der Befragung nicht angewendet wurde.

Maßnahmen zur Reduzierung einer SARS-CoV-2-Infektion im Kita-Alltag

Um das Risiko einer COVID-19-Infektion zu minimieren, gibt es eine Reihe von etablierten Maßnahmen und Vorkehrungen, die an verschiedenen Stellschrauben ansetzen: Angefangen bei der Reduzierung von Kontaktmöglichkeiten über die Reduzierung potenzieller Übertragungswege bis hin zum Umgang mit Erkältungssymptomen bzw. mit möglichen symptomlosen COVID-19-Infektionen.

Großes Potenzial für den Kita-Bereich liegt sowohl bei der Zuweisung des pädagogischen Personals zu festen Gruppen als auch bei der Gruppentrennung im Innen- und Außenbereich. Im Oktober 2020 gaben drei Viertel der befragten Einrichtungsleitungen an, gemäß den empfohlenen Hygienekonzepten derzeit ihre Beschäftigten fest den vorhandenen Gruppen zuzuordnen. In fast der Hälfte aller befragten Einrichtungen gelang die Umsetzung in dieser Zeit bereits gut bis sehr gut. Parallel zur Verschärfung der Pandemielage Ende 2020 und Anfang 2021 stieg der Wert im Winter auf 90% an. Der Anteil der Einrichtungen mit guter oder sehr guter Umsetzung lag hier bei 74%. Dass diese Maßnahme derzeit nicht umgesetzt wird, gaben nur sehr wenige Einrichtungsleitungen an.

Auch bei der Gruppentrennung zeigen die Daten der Leitungsbefragung eine schrittweise Zunahme bei der prinzipiellen Anwendung wie auch beim Gelingen der Umsetzung. Lag der Anteil der Einrichtungen, welche eine Gruppentrennung umsetzten, im Oktober 2020 noch bei 65% (Innenbereich) bzw. 50% (Außenbereich), stieg er bis Januar 2021 deutlich an. Hier waren für den Innenbereich 86%, für den Außenbereich 80% zu verzeichnen. Das Gelingen der Umsetzung wurde parallel dazu vermehrt besser bewertet. Bei der Gruppentrennung im Innenbereich nahm der Anteil von Einrichtungen mit (selbst eingeschätzter) guter oder sehr guter Umsetzung von 50% im Oktober auf 74% im Dezember 2020 und Januar 2021 deutlich zu. Bei der Gruppentrennung im Außenbereich wurde eine noch deutlichere Steigerung im Umsetzungserfolg berichtet: von 33% mit guter oder sehr guter Umsetzung im Oktober auf 64% im Dezember und Januar. Dies lässt sich unter Umständen auch auf eine geringere Nutzung des Außenbereichs in den Wintermonaten zurückführen.

Neben Maßnahmen zur Kontaktreduzierung spielen auch Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos von Tröpfchen- bzw. Aerosolübertragungen wie Abstandhalten, regelmäßiges Lüften oder das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung eine wichtige Rolle im Kita-Alltag. Wie in verschiedenen Studien mittlerweile gut belegt ist, erfolgt eine Übertragung von SARS-CoV-2 in den meisten Fällen über die Luft. Den KiTa-Register-Daten war zu entnehmen, dass regelmäßiges Lüften in nahezu allen Kitas umgesetzt wird. Das Abstandhalten im pädagogischen Setting stellt dagegen eine große Herausforderung dar. Zwar gaben immer mehr Einrichtungen an, dass Abstand zwischen Beschäftigten und Kindern der eigenen Gruppe als Schutzmaßnahme prinzipiell angewendet wurde (48% im Oktober 2020, 68% im Dezember 2020 und Januar 2021). Der Anteil der Einrichtungen, die die Umsetzung als schlecht oder sehr schlecht bewerteten, war und blieb aber hoch (36% im Oktober, 47% im Dezember und Januar). Seit Beginn des Beobachtungszeitraums achten zudem über 90% der Einrichtungen prinzipiell auf das Abstandhalten zwischen den Beschäftigten. Der Umsetzungserfolg wurde dabei zunehmend als gut oder sehr gut beurteilt.

Die Nutzung von Mund-Nasen-Bedeckungen kam im Oktober 2020 bei 16% der befragten Kitas auf Seiten der Beschäftigten noch gar nicht zum Einsatz. Bis Dezember 2020 und Januar 2021 sank dieser Anteil auf 3% der befragten Einrichtungen, während in 89% der Einrichtungen der Einsatz von Masken beim Personal gut oder sehr gut gelang. Es zeigten sich allerdings Unterschiede in der Nutzungshäufigkeit der Schutzmasken je nach Situation. Beim Kontakt mit Eltern trugen sie im Dezember 2020 und Januar 2021 in fast allen befragten Einrichtungen sehr häufig oder immer eine Mund-Nasen-Bedeckung. Im Gegensatz dazu kam beim Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen eine Mund-Nasen-Bedeckung noch im Oktober 2020 in der überwältigenden Mehrheit der Einrichtungen nie oder nur selten zum Einsatz. Im Dezember und Januar berichtete jedoch schon die Hälfte der Einrichtungen eine sehr häufige Verwendung.

1_Leitungsbefragung_Reduzierung_Kontaktmöglichkeit

Die Abbildung zeigt die Einschätzung der Einrichtungsleitungen zum Umsetzungsgrad verschiedener Maßnahmen zur Reduzierung von Kontaktmöglichkeiten in Kindertageseinrichtungen. CoKiss-Leitungsbefragung, n=1.572, Tranche 1–3, Datenstand: 04.02.2021, ungewichtete Daten

 

Maßnahmen zum Umgang mit Symptomen und Symptomlosigkeit

Bestimmte Krankheitssymptome wie Fieber, Husten oder Schnupfen, die bei COVID-19 häufig auftreten, bieten einen Anhaltspunkt, um eine Infektion zu erkennen. In der Praxis stehen Kitas allerdings vor dem Problem, dass diese Symptome unspezifisch sind und auch bei anderen verbreiteten Erkältungskrankheiten auftreten können. Die Pandemiesituation verschärft hier den bekannten Zielkonflikt zwischen Infektionsschutz und Betreuungs- und Bildungsauftrag. In einem Großteil der befragten Einrichtungen war die Regelung zum Umgang mit leichtem Schnupfen bzw. leichtem Husten seit Oktober 2020 an der „Einzelsymptomatik“ orientiert. Das bedeutet, dass Kinder wie auch Beschäftigte nur dann in die Einrichtung kommen durften, wenn nach einer gewissen Zeitspanne keine weiteren Symptome hinzugekommen waren. Parallel zur Verschärfung der Pandemielage zeigte sich aber ein klarer Trend hin zu strengeren Regelungen wie Abwarten bis zur Symptomfreiheit oder dem Einholen einer ärztlichen Bescheinigung.

Weil auch asymptomatische Fälle von COVID-19 bekannt sind, können zudem Testungen bei vermeintlich gesunden Personen dabei helfen, Infektionen aufzudecken. Regelmäßige Testungen des Personals kamen im Oktober 2020 nur in einem Drittel der Einrichtungen überhaupt zum Einsatz, wobei sich im Beobachtungszeitraum eine leichte Zunahme zeigte. Die Erfahrungen beim Umsetzungserfolg waren allerdings gemischt. Für Dezember und Januar berichteten 14% der Einrichtungen, dass das regelmäßige Testen des Personals gut oder sehr gut gelang, als schlecht oder sehr schlecht stuften hingegen 20% den Umsetzungserfolg ein.

2_Leitungsbefragung_Umgang_Symptome

In der Grafik ist die Einschätzung der Einrichtungsleitungen zum Umsetzungsgrad verschiedener Maßnahmen zum Umgang mit Symptomen und Symptomlosigkeit in Kindertageseinrichtungen zu sehen. CoKiss-Leitungsbefragung, n=1.572, Tranche 1–3, Datenstand: 04.02.2021, ungewichtete Daten