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 | Deutsches Jugendinstitut

Der zweite Lockdown bewirkt einen Rückgang der Inanspruchnahme in der Kindertagesbetreuung

Verdachts- sowie infektionsbedingte Einrichtungs- und Gruppenschließungen nahmen von Anfang Oktober bis zur Lockdown-Woche stetig zu.

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Die politischen Spitzen von Bund und Ländern haben am 13.12.2020 aufgrund der stark zunehmenden COVID-19-Infektionen beschlossen, die Kindertageseinrichtungen ab dem 16.12.2020 bis zum 10.01.2021 grundsätzlich zu schließen und nur eine eingeschränkte Betreuung anzubieten. Eltern waren demnach angehalten, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen und auf jegliche Betreuung außer Haus zu verzichten. Hierzu wurde den Eltern seitens der Bundesregierung u. a. zugesichert, Möglichkeiten zu schaffen, für die Betreuung der Kinder in diesem Zeitraum bezahlten Urlaub nehmen zu können. Diese Regelungen betrafen nicht nur die Kindertageseinrichtungen, sondern auch die Kindertagespflegestellen.

Die Bundesländer erließen hinsichtlich der Kindertageseinrichtungen unterschiedlich restriktive Regelungen. So beschränken Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein den Zugang zur Notbetreuung auf Eltern, die in systemrelevanten Berufen oder kritischen Infrastrukturbereichen arbeiten. Ebenfalls eine Notbetreuung haben Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Niedersachsen und Thüringen eingeführt. Hier wird bspw. den Eltern eine Kinderbetreuung ermöglicht, die aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit keine alternativen Betreuungsmöglichkeiten haben. Die restlichen Bundesländer halten Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen (KTPS) weiter geöffnet, appellieren jedoch an die Eltern, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Die Angaben der Kitas und KTPS im KiTa-Register deuten darauf hin, dass der von Bund und Ländern beschlossene Lockdown Wirkung zeigt: Seit der 51. Kalenderwoche (14.12.-20.12.20) verringerte sich die Anzahl der in den Einrichtungen betreuten Kinder merklich. Erleichtert wurde die Umsetzung des Lockdowns dahingehend, dass einige Einrichtungen in der Weihnachtszeit (Kalenderwoche 52-53) ohnehin geschlossen hatten und diese Ferien zum Teil auch bereits in der Woche des Lockdowns (KW 51) antraten. Dennoch ließ sich eine kontinuierliche Zunahme an verdachts- sowie infektionsbedingten Einrichtungs- und Gruppenschließungen von Anfang Oktober (KW 41) bis zur Lockdown-Woche beobachten. Der hohe Anteil der in der Kindertagespflege jeweils aktuell betreuten Kinder, lag Mitte November (KW 45/46) noch bei über 80% und setzte sich zunächst stetig bis KW 50 (07.12.-13.12.) fort. In der darauffolgenden Woche fiel dieser Wert erstmals auf nur 55%. Im weiteren Verlauf schwand der Wert um weitere 27 Prozentpunkte auf 28% in der Weihnachtswoche (KW 52). Für KW 53 (28.12.20-03.01.21) wurden keine Daten erhoben.

Der deutliche Rückgang der Betreuungsquote zeigt, dass viele Eltern ab dieser Zeit vermehrt ihre Kinder zu Hause betreut haben. Nennenswert ist hierbei das teils rasche Umsetzen der von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen seitens der Eltern, die offenbar zeitnah nach Bekanntgabe der neuen Regelungen handelten. Eventuell war eine so schnelle Umsetzung durch die anstehenden Weihnachtsfeiertage möglich, in dem die Eltern den ohnehin geplanten Urlaub einige Tage vorzogen.

In der ersten Januarwoche stieg die Inanspruchnahmequote wieder leicht an, bis sie in KW 2 (11.01.-17.01.21) nahezu den Wert der Woche vor den Weihnachtsfeiertagen erreicht hat. Dennoch erlangen die teilnehmenden Kindertagespflegestellen im Zeitraum von Mitte Dezember bis Mitte Januar (KW 51–KW 2) maximal nur etwa die Hälfte ihrer Ressourcenauslastung aus der Zeit vor der Coronapandemie. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich im Vergleich mit den Inanspruchnahmequoten der Kindertageseinrichtungen.